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Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)


"Wenn Ihr Biss entspannt ist, dann sind Sie es auch!"


Ursache einer craniomandibulären Dysfunktion (CMD) ist meist eine Funktionsstörung des Kiefergelenkes und der oberen Halswirbelsäule. Häufig sind jedoch Kopfschmerzen die ersten Symptome welche Aufmerksamkeit bekommen. Durch viele verschiedene Symptome ist es häufig ein langer Weg zur Diagnose. Obwohl direkte Zusammenhänge zu Rückenproblemen wissenschaftlich bewiesen sind, wird in der Physiotherapie der CMD noch wenig Beachtung geschenkt. Das Kiefergelenk nimmt eine komplexe zentrale Position in unserem Körper ein und beeinflusst direkt viele Regionen des Körpers.


Folgende Symptome können bei einer CMD Problematik auftreten

  • Nackenverspannungen
  • Schmerzen beim Kauen
  • Kieferschmerzen / Gesichtsschmerzen
  • Schwindel oder verminderte Mundöffnung
  • Kieferknacken / Kieferblockaden
  • Einseitige Kopfschmerzen
  • Tinitus bzw. Ohrgeräusche
  • Verhärtungen der Kaumuskulatur und Schulter-Nacken-Muskulatur
  • Rückenschmerzen

Epidemiologie

Etwa 5-10% der erwachsenen Bevölkerung leiden an CMD. Die Muskeln unseres Kausystems funktionieren in einer Einheit mit der Nacken- und Wirbelsäulenmuskulatur. Ist dieses Gleichgewicht gestört können Beschwerden nicht nur im Kopfbereich sondern auch entfernter auftreten.


Somit kann der "falsche Biss" in Zusammenhang mit Symptomen stehen, die über den Bereich des Kopfes hinausgehen. Die Folge sind häufig Nacken-, Schulter- und Rückenschmerzen.                                                                                                                                             

Diagnose

Eine ausführliche Anamnese des Patienten ist die unabdingbare Basis für jede CMD Diagnostik. Hierbei tastet und prüft der Physiotherapeut bzw. Zahnarzt diverse Parameter ab. Meist wird die Diagnose im interdisziplinären Team vom Zahnarzt und Physiotherapeut/Osteopath erarbeitet. Apparative Untersuchungen wie CT, MRT, Panoramaröntgen und Blutbild sind bei bestimmten Fällen hinzuzuholen.


Therapie

  • Wärme- und Kälteanwendungen
  • Physiotherapie/Manuelle Therapie ( Gelenkmobilisation und Muskelentspannung)
  • Stressmanagement, Entspannungsübungen
  • Okklussionsschiene zur Kieferrelaxation
  • Medikamentöse Therapie
  • Zahnsanierungen, kieferchirurgische und kieferorthopädische Maßnahmen
  • Ostheopathie


Behandlung der CMD

Ca. 85% der CMD Patienten kann durch eine therapeutische Behandlung geholfen werden. Wichtig ist hierbei eine genaue Anamnese und Diagnose über Ursache der CMD Problematik. Hierbei ist der Zahnarzt meist derjenige welcher die CMD Diagnose stellt. Die Therapie findet in enger Verbindung mit dem CMD Therapeuten statt. Physiotherapeuten mit CMD Ausbildung sind qualifizierte Therapeuten, welche in enger Zusammenarbeit mit dem Zahnarzt bzw. Kieferorthopäden stehen um eine bestmögliche Therapie zu ermöglichen.


Einheit von Funktion und Form im Körpersystem

Ein harmonischer und stabiler Biss ohne Fehlbelastung dient dem Schutz der beteiligten Nachbarstrukturen im Kopf- und Halsbereich (Zähne, Kiefergelenkknorpel, Nerven, Bänder und Muskulatur des Kau- und Bewegungssystems).