Krank durch Stress? Wie wirken sich Stressbelastungen auf unsere Gesundheit aus?

„Ich bin total im Stress!“ – sicher haben Sie diesen Satz in den letzten Tag von anderen gehört, vielleicht auch selbst ausgesprochen. Stress im Job, in der Partnerschaft, mit den Kindern oder den eigenen Eltern – diese Liste könnten Sie sicher selbst fortsetzen. Doch was passiert eigentlich in unserem Körper, wenn wir unter Stress stehen? Zunächst ist es wichtig zu wissen: „Stress“ gehört zum Leben – und glücklicherweise macht nicht jede Stressbelastung gleich krank. Eine kurz andauernde schwierige Situation bewältigen wir in der Regel gut. Problematisch wird es, wenn wir unter Dauerstress stehen – und keine Möglichkeit haben, uns zwischenzeitlich zu erholen. Dann machen sich die körperlichen und seelischen Folgen bemerkbar: Ständig erhöhter Puls und Blutdruck sind Risikofaktoren für Herz- und Gefäßerkrankungen. Durch die hormonellen Veränderungen bei andauerndem Stress wird das Immunsystem geschwächt, dadurch steigt die Anfälligkeit für Infekte.  Auch das Verdauungssystem wird häufig in Mitleidenschaft gezogen: Der Stress „schlägt uns auf den Magen“ oder wir leiden unter Reizdarmbeschwerden. Stressgeplagte klagen auch häufiger über Kopf- und Rückenschmerzen.

 

Stress vermeiden – geht das überhaupt?

Natürlich ist es nicht realistisch, jeglichen Stress aus unserem Alltag zu verbannen. Das wäre auch nicht erstrebenswert – denn wir brauchen Herausforderungen, um an ihnen zu wachsen und Erfolgserlebnisse genießen zu können. Doch es gibt Faktoren, die uns über lange Zeit stark belasten: Mobbing am Arbeitsplatz, reale Überlastung durch Beruf, Haushalt und Pflege von Angehörigen, gravierende Partnerschaftskonflikte. Hier ist es sinnvoll, genauer hinzuschauen: Was können Sie an den Gegebenheiten verändern? Wer kann Sie dabei unterstützen? Bei näherer Betrachtung werden Sie auch feststellen, dass es manchmal nicht die Situationen selbst sind, die Ihnen zu schaffen machen, sondern vielmehr Ihre eigenen Interpretationen, Anspruchshaltungen und Erwartungen. Wer von sich erwartet, jede Aufgabe perfekt zu erledigen, steht unter größerem Druck als jemand, der sich mit einem durchschnittlichen Ergebnis zufrieden gibt.

 

 

 

Was hilft, wenn ich unter Dauerstress stehe?

Stressbewältigung sollte auf mehreren Ebenen ansetzen. Zunächst lohnt es sich, die äußeren Gegebenheiten (etwa die Situation in der Familie oder am Arbeitsplatz) zu analysieren und ggf. konkrete Veränderungen in Gang zu bringen. Sinnvoll ist auch, die eigenen Einstellungen und Ansprüche kritisch zu hinterfragen – ist es vielleicht möglich, manche Dinge etwas gelassener anzugehen und auch mit einem weniger „perfekten“ Ergebnis zu leben? 

 

Als sehr hilfreich haben sich Entspannungstechniken wie etwa die Progressive Muskelentspannung (PMR) nach Jacobson oder achtsamkeitsbasierte Techniken erwiesen. In vielen Fällen beteiligt sich die Krankenkassen an den Kosten für einen Präventionskurs – fragen Sie nach!

 

Und nicht zuletzt gilt: Bewegung ist ein einfach umzusetzendes und gleichzeitig sehr effektives Mittel zum Stressabbau. Dabei sind sowohl regelmäßiges Ausdauertraining als auch moderates Muskelaufbautraining sinnvoll – denn gerade „gestresste“ Menschen neigen zu schmerzhaften Verspannungen der Muskulatur, die sich häufig im Nacken-, Schultergürtel – und unteren Rückenbereich schmerzhaft bemerkbar machen. Gerade wenn Sie bereits unter Schmerzen leiden, sollten Sie sich durch Ihren Arzt oder Physiotherapeuten beraten und sich ein individuelles Trainingsprogramm erstellen lassen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg beim aktiven Stressabbau!