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Fibromyalgie – Welche Therapien helfen wirklich?

Der lange Weg zur Diagnose

 

Bis die Diagnose „Fibromyalgie“ gestellt wird, vergehen für die meisten Betroffenen viele Jahre. Kein Wunder, denn diese chronische Schmerzkrankheit lässt sich weder durch Labor- noch Röntgenuntersuchungen nachweisen. Außerdem betreffen die Symptome viele verschiedene Körpersysteme: Neben quälenden Schmerzen, die vor allem im Bereich der Muskel-Sehnen-Ansätze auftreten, leiden Betroffene häufig unter Schlafstörungen, Vergesslichkeit, Reizdarmbeschwerden und psychischen Symptomen.

 

Fibromyalgie – was tun?

Wenn dann endlich klar ist, dass ein Fibromyalgiesyndrom (so lautet die korrekte Bezeichnung) vorliegt, ist der nächste Schritt die Planung einer wirksamen Therapie. Mittlerweile ist erwiesen, dass eine Kombination verschiedener Therapieverfahren wirksamer ist als einseitige Ansätze. Doch welche Therapien helfen wirklich? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Als gesichert kann aber gelten, dass regelmäßiges leichtes Ausdauertraining wie z. B. Walken, Radfahren oder Schwimmen sich positiv auswirkt. Auch leichtes Muskelaufbautraining wird empfohlen. Dieses sollte in einem medizinischen Trainings-/Rehabilitationszentrum unter fachkundiger Anleitung erfolgen. Das körperliche Training sollte im Vorfeld mit dem Arzt abgestimmt werden. Unterstützend hat sich die kognitive Verhaltenstherapie, eine wissenschaftlich anerkannte Form der Psychotherapie, als wirksam erwiesen.

 

Die Entspannungsfähigkeit trainieren

Die eigene Entspannungsfähigkeit zu stärken, ist eine wichtige Säule in der Fibromyalgie-Therapie. Wer unter chronischen Schmerzen leidet, hat häufig das Gefühl, unter Daueranspannung zu stehen. Viele Patienten profitieren von klassischen Entspannungsverfahren wie der Progressiven Muskelentspannung nach Jacobson. In guten physiotherapeutischen Zentren werden solche Kurse häufig als Präventionskurse angeboten. In diesem Fall übernehmen die Krankenkassen einen Großteil der Kosten. Manche Betroffene berichten jedoch, sich nur schwer entspannen zu können. Hier können Biofeedback-Techniken hilfreich sein. Biofeedback macht innere Vorgänge, die wir normalerweise nicht bewusst wahrnehmen können, sichtbar oder hörbar. Mit Hilfe dieser Rückmeldung kann man in wenigen Sitzungen lernen, sich zum Beispiel über einfache Atemtechniken oder innere Bilder zu entspannen und dem Körper eine Ruhepause zu gönnen. Dies gelingt meist auch Menschen, die sich sonst mit Entspannungsverfahren eher schwer tun.

 

Betroffene sind Experten für die eigene Gesundheit

Bei Fibromyalgie gibt es nicht „die einzig wahre“ Therapie – schließlich gibt es auch nicht „den einen“ Fibromyalgie-Patienten! Erfreulich ist jedoch, dass eine Vielzahl an bewährten und neuen, vielversprechenden Therapieverfahren existiert. Diese führen vor allem dann zum Erfolg, wenn sie alltagstauglich sind und regelmäßig eingesetzt werden. Natürlich ist es für alle Betroffenen wichtig, kompetente ärztliche Ansprechpartner zu finden, die ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Doch ebenso bedeutsam ist es, für sich selbst herauszufinden, welche Therapien helfen und wie diese sich in den eigenen Alltag integrieren lassen – damit es langfristig bergauf geht!